Am Karfreitag haben wir es geschafft – wir haben Platz gemacht!
Morgens früh haben wir losgelegt und in den Kinderzimmern gewirbelt – jawoll, auch jede Menge Staub aufgewirbelt *hust*. Für solche Aktionen habe ich immer eine Extra-Rolle 60-Liter-Müllsäcke. Und davon machen wir bei jeder Aufräumaktion einige voll. Müll, Altkleider oder ausgediente Spiele. Diesmal haben wir auch Bücher aussortiert. Unglaublich, was alles in ein Kinderzimmer reinpasst.
Das ist mir nicht immer so leicht von der Hand gegangen. Bis vor ein paar Jahren war bei jedem Teil der Gedanke im Weg: “Wer weiß, wofür das noch mal gut ist”. Ich war ein ausgesprochener Jäger und Sammler. Und so musste ich jedesmal gut überlegen, wo ich was hinsortiere, denn ich wollte es ja auch wiederfinden, wenn ich es eines Tages wieder brauchen könnte. Fakt ist, ich hab’s dann nie gefunden oder nicht mehr gewusst, dass ich sowas überhaupt besitze. Letztlich waren so alle Schränke, Regale und sonstige Staumöglichkeiten einfach verstopft.
Und deshalb bin ich richtig froh, dass mir irgendwann das Buch Feng Shui, Du bist, wie Du wohnst von Nadja Nollau in die Hände fiel.
Ein sehr übersichtliches Buch, das hervorragend auch für Menschen geeignet ist, die gar nicht gerne lesen, weil es kurz, bündig und knackig geschrieben und optisch sehr klar und schön gegliedert ist. Ein Test, welcher Ordnungstyp man ist und Checklisten machen das Buch zu einem echt praktischen Helfer. Vor allem schärft es die Sinne dafür, welche Dinge wirklich wichtig sind und welche nicht.
“Haus oder Wohnung – Spiegelbild der Seele” oder “Die äußere Ordnung ist ein Spiegelbild der inneren Ordnung”, so steht’s am Anfang des Buches. Auweia, dachte ich, das ist jetzt nicht wirklich schmeichelhaft
.
Nadja Nollau erklärt, dass eine Hauptursache des Sammelns schlicht der “Besitzeffekt” (“Endowment-Effekt”) sei. Nachdem wir etwas in Besitz genommen hätten, scheine es unmittelbar wertvoller zu sein, weil wir eine Beziehung zum Gegenstand aufbauen. Nur handele es sich oft nicht um sinnvollen Besitz, sondern um kraftraubenden Ballast. Ballast raube Energie. Und so verstopfe unnötiger Besitz unsere Lebensenergie.
“Ständige Rückschau bedeutet Stillstand. Um unbelastet weiterzugehen, hilft Ausmisten – ganz wörtlich genommen. Denn wer ausräumt, schafft Platz für Neues.”
Diese Erklärung, die Checklisten im Buch und die Vorstellung, dass es Menschen gibt, die ihren kompletten Besitz auf ihrem Rücken tragen können (müssen), haben mir echt auf die Sprünge geholfen. Inzwischen macht mir Ausmisten Spaß, und ich fühle mich nach jeder Ausmistaktion sprichwörtlich erleichtert. Endlich wieder ein paar Dinge weniger, die die Schränke verstopfen und über die ich mir Gedanken machen muss.
Empfehlen möchte ich an dieser Stelle auch den wirklich tollen Blog von Birgit Geistbeck mit vielen Tipps zum entspannten Wohnen.
Wie schaut’s denn bei Euch aus? Wie viele Schubladen, Fächer, Kisten oder Schränke habt Ihr, die ziemlich voll sind oder die Ihr sogar schon länger als zwei Jahre gar nicht mehr geöffnet habt? Seid Ihr sicher, dass Ihr den Inhalt tatsächlich noch benötigt?
© Transfuchsian | Dreamstime.com