Hier beschreibe ich möglichst einfach die Vorgehensweise von EFT. Weiter unten findest Du Abbildungen dazu.
1. Benenne Dein Problem.
Es geht darum, einen sehr genau zutreffenden Einstimmungssatz zu finden, um Dein Bewusstsein gezielt auf Deine Gefühle zum Problem zu lenken, das geklopft werden soll. Z.B. Schreckliche Angst vor einem Telefonat mit Deinem Chef. Fasse diesen Satz in folgenden Rahmen: “Auch wenn ich schreckliche Angst vor dem Telefonat mit meinem Chef habe, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin.”
Wenn möglich, sprich den ersten Teil nicht in sogenanntem Beamtendeutsch, sondern so, wie Du normalerweise sprichst und wie es Deine Gefühle am ehesten anspricht. Also z.B.: “Auch wenn ich einen Mordsschiss vor dem Anruf von XXX habe, …” der zweite Teil bleibt bitte so stehen wie oben.
Während Du den Satz 3 x sprichst, klopfst Du bitte Deine Handkante. Doch bevor Du loslegst:
2. Bestimme Deinen Belastungswert:
Hierbei geht es um darum, eine gewisse Erfolgskontrolle zu haben. Bestimme die Höhe Deiner Belastung auf einer Skala von 0 (minimale Belastung) bis 10 (maximale Belastung).
Wie funktioniert das Klopfen?
Klopfe mit den Kuppen des Ring- und/oder Mittelfingers mindestens 7 x jeden Punkt. Wenn ein Punkt besonders gut tut, kannst Du diesen ruhig länger klopfen. Klopfe bitte nur so fest, wie es Dir angenehm ist! Es ist übrigens egal, ob Du mit der linken oder rechten Hand klopfst und auch, welche Seite Du klopfst. Du kannst die Seiten auch während des Klopfens wechseln.
3. Einstimmung
Jetzt kannst Du loslegen: Du beginnst mit dem Handkantenpunkt. Er befindet sich am Kleinfingergrundgelenk, wo sich eine Falte bildet, wenn Du eine Faust machst. Hier kannst Du einfachheitshalber mit der flachen Hand gegen die gesamte Handkante klopfen.
Während Du den Handkantenpunkt klopfst, sprichst Du wie oben beschrieben 3 x Deinen Einstimmungssatz.
4. Klopfsequenz
Klopfe nun nacheinander die Punkte von 1 bis 14 (siehe unten). An jedem Punkt benennst Du kurz Dein Problem, um im Thema zu bleiben. Formuliere ruhig frei, was Dich bedrückt, z. B.:
Augenbraue innen: diese Mordsangst,
Neben dem Auge: dieser Anruf liegt mir so im Magen,
Unter dem Auge: Ohhh, ich will nicht, dass er anruft,
Unter der Nase: So eine Angst
usw.
Achja, den Punkt 7 (unter dem Arm), klopfe entweder mit der flachen Hand – auch wenn’s urig aussieht
, oder mit den Fingerkuppen von Zeige-, Mittel-, Ring- und kleinem Finger.
Es wird übrigens auch häufig mit der Kurzsequenz gearbeitet. Hier werden nur die Punkte 1 – 7 und dann 14 geklopft. Ich persönlich mache das nur, wenn es mal schnell gehen muss. Ansonsten halte ich mehr von der langen (kompletten) Form. Auch wird der Punkt 14 teilweise weggelassen – Ich hingegen klopfe ihn lieber.
5. 9-Gammut-Folge
Hierbei geht es um Augenbewegungen. Diese beeinflussen die Verbindung der beiden Gehirnhälften positiv und haben ebenso einen harmonisierenden Einfluss auf die zentrale Hormonsteuerung.
Bitte setze Dich aufrecht hin und klopfe nun durchgängig bei den nächsten Übungen den Gammutpunkt (siehe unten). Der Gammutpunkt befindet auf dem Handrücken in der Rille zwischen kleinem Finger und Ringfinger im gedachten gleichschenkeligen Dreieck von den beiden Knöcheln aus gesehen. Wenn Du mit drei Fingern in die Rille klopfst, geht es einfacher (daher habe ich den grünen Punkt im Bild unten mit Hellgrün verlängert).
Während du diesen Punkt klopfst, halte bitte den Kopf geradeaus und mache folgende Augenbewegungen:
– Augen schließen, Augen öffnen und geradeaus sehen,
– äußerst unten rechts schauen und dann wieder geradeaus sehen,
– äußerst unten links schauen und dann wieder geradeaus sehen,
– Augen einmal rechts herum kreisen,
– Augen einmal links herum kreisen,
– einige Takte eines Liedes summen,
– kurz zählen, z.B. rückwärts von 12 bis 7,
– einige Takte summen.
Diese Übung ist nicht nach jeder Klopfsequenz nötig. Vielleicht einmal nach der ersten Runde, dann alle 10 – 15 Minuten – nach Gefühl.
6. Kontrolle
Nach einer oder zwei Klopfrunden konzentriere Dich noch einmal auf Dein Problem. Wie fühlst Du Dich? Bewerte die Belastung bitte wieder auf der Skala von 0 bis 10. Wenn die Belastung insgesamt gesunken ist, das Gefühl aber das gleiche ist, kannst Du den Einstimmungssatz für die nächste Klopfrunde nun so formulieren: “Auch wenn ich immer noch ein bisschen Schiss vor dem Telefonat mit meinem Chef habe, liebe und akzeptiere ich mich so wie ich bin”. Und an den weiteren Klopfpunkten: “Diese restliche Angst”, “immer noch ein bisschen Angst”, usw.
Oder: Vielleicht hat sich Dein Gefühl verändert (z. B. statt Angst kommt nun Wut zum Vorschein) oder ein anderer Gedanke ist dazu aufgetaucht. Dann bitte genau bestimmen, einen neuen Einstimmungssatz formulieren und wieder loslegen!
Ich empfehle, Belastungen bis auf 0 herunterzuklopfen!
Je treffender der Einstimmungssatz,
desto größer der Erfolg!
Tipp:
Wenn Du ganz akut in einer schlimmen Situation bist – Du bist also richtig in “Wallung” – reicht es völlig aus, nach einem Einstimmungssatz einfach wortlos weiter zu klopfen. Dein Problem sitzt sowieso gerade in allen Poren und muss nicht extra weiter beim Namen genannt werden, um im Bewusstsein zu bleiben. Du kannst dann aber auch laut ein “Wehgeschrei” anstimmen – Das tut gut und kann sehr effektiv sein!
Wie lange Du klopfen solltest? Ich empfehle mindestes 10 Minuten. Es geht teilweise aber auch schneller.
Aber: Je nachdem wie tiefgehend Dein Problem ist, geht es durchaus auch weniger schnell. Bei komplexen Problemen ist es ohne Hilfe eher schwierig.
Nun wünsche ich Dir viel Erfolg beim Ausprobieren und sinkende Belastungswerte! Und natürlich freue ich mich über Feedback und Deine Fragen zum Klopfen!
Ein Hinweis in eigener Sache:
Diese Zeichnungen bitte nicht ohne meine Zustimmung vervielfältigen.
